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Auslandseinsatz

Am 15.09.2019 bin ich von meinem inzwischen 9. Auslandseinsatz aus Ghana zurückgekehrt.
Er fand auch dieses Jahr wieder im Richard Novati Hospital in Sogakofe statt.
Durch das aus meiner Praxis stammende Ultraschallgerät waren dieses Mal adäquate Ultraschalluntersuchungen des Herzens möglich.
Es waren interessante und noch nicht ausreichend diagnostizierte Fälle über die letzten Monate gesammelt worden, die ich dann gemeinsam mit den dortigen Kollegen untersuchen und die Therapie entsprechend den Ergebnissen anpassen konnte.
Herzerkrankungen nehmen auch in Ghana einen zunehmend breiteren Raum ein, insbesondere die hochdruckbedingte Herzschwäche.
Ich hatte zudem einen Vortrag über Herzschwäche und tropische Herzerkrankungen vorbereitet, der auf großes Interesse stieß.
Die Zusammenarbeit mit den Kollegen, der Krankenhausleitung und dem Pflegepersonal und insbesondere der Kontakt mit den Patienten hat wieder viel Freude gemacht.


Das Grundmotto dieser Einsätze ist dabei immer: "Hilfe zur Selbsthilfe".

Organisiert wird der Einsatz von der gemeinnützigen Vereinigung GRVD (German Rotary Volunteer Doctors), die Ärzte in ausgewählte Krankenhäuser vorwiegend in Ghana und Nepal entsendet. Eine Mitgliedschaft im Rotary Club ist hierbei nicht Voraussetzung (wir zum Beispiel sind Nichtrotarier). Die Konzentration auf wenige Länder und Krankenhäuser entstand aus dem Gedanken, eine regelmäßige und nachhaltige Unterstützung zu gewährleisten.

St. Anne Polyclinic Tagadzi

Einen Tag besuchte ich zusammen mit dem leitenden Kollegen Dr. Cham ein kürzlich gegründetes kleines Basiskrankenhaus in einer unterversorgten ländlichen Region ca. 70 km nordwestlich von Sogakofe. Es ist dort ständig ein junger, ärztlicher Kollege vor Ort, die Entwicklung und regelmäßige Konsiliartätigkeit erfolgt durch Dr. Cham.
Hier ist zur Zeit noch viel Aufbauarbeit und Unterstützung vor Ort erforderlich, um die Grundversorgung der dortigen Bevölkerung sicherzustellen.

Die Missionsstation "Comboni-Center" in Sogakofe

Die Missionsstation wurde 1985 von dem Comboni-Pater Riccardo Novati gegründet buchstäblich aus dem Nichts heraus. Inzwischen verfügt die Station über die gesamten Grund- und weiterführenden Schulen, mehrere Berufsschulen, eine Radiostation und natürlich das Krankenhaus.

Am 31.07.2015 ist Pater Riccardo, der Gründer der Missionsstation, nach langer Krankheit verstorben. Er hat in seinem Leben wirklich Großartiges geleistet und alle, die ihn kannten, werden ihn sehr vermissen. Am 21.08. fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und zahlreicher Würdenträger eine bewegende Trauerfeier statt. Ich war sehr froh, daran teilnehmen zu können.

Das Krankenhaus hat insgesamt ca. 140 Betten (Innere, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe und eine Kinderstation), dazu eine große Ambulanz mit 80-100 Patienten täglich. Das Krankenhaus verfügt über Basislabor, ein einfaches Röntgengerät, Ultraschallgeräte, sowie gut ausgestattete OP-Säle für Chirurgie und Augenheilkunde, außerdem eine Zahnstation.
Die derzeit 4 Ärzte vor Ort müssen ein sehr großes medizinisches Spektrum abdecken. Von Malaria über internistische Erkrankungen, kleinere Operationen bis hin zur Geburtshilfe. Unterstützt werden sie durch regelmäßig für einige Wochen tätige Fachärzte, überwiegend aus Italien und Deutschland.

Meine Tätigkeit umfasst dort insbesondere: Unterstützung und Absicherung der ambulanten und stationären Patienten, internistische Konsiliartätigkeit, Erfahrungsaustausch mit den einheimischen Kollegen, Unterricht in der Ultraschalltechnik und in der EKG-Beurteilung, OP-Vorbereitungen etc.
Meine Frau unterstützt das Krankenhaus durch verschiedene Aktivitäten, z.B. Assistenz der Ärzte, Mitarbeit in der Apotheke, Übersetzungen...

Wenn es in Afrika in der Gesundheitsversorgung an etwas fehlt, so sind das in erster Linie die Ärzte. Die wenigen Ärzte vor Ort sind sehr engagiert, können aber die vielen Aufgaben kaum erfüllen. Auch sind sie oft alleine gelassen und somit für die praktische Hilfe und den Erfahrungsaustausch sehr dankbar.
Die Menschen in Ghana sind sehr geduldig und leidensfähig und sie haben trotz einfachster Lebensbedingungen eine sehr frohe und positive Lebenseinstellung.

Wir danken unseren Patienten für ihr Verständnis, dass die Praxis während der Einsätze geschlossen bleibt.